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                              Gambia Riesenhamsterratte

        Lat.: Cricetomys gambianus      engl. African Giant Pouched Rat

 

Vorkommen: Afrika, von Senegal bis Südafrika

                     

Aussehen: Sie haben eine Kopf/Rumpflänge von ca. 24 bis 45 cm, wobei der Schwanz in etwa genauso lang ist wie der Körper(36 bis 45 cm). Männchen können über 1,5 Kilo und Weibchen über 1 Kilo wiegen. Das Fell ist kurz und dünn von einer grauen bis braunen Farbe. Sie haben einen langen schmalen Kopf wie eine Ratte, allerdings mit Backentaschen wie ein Hamster. Die großen Ohren sind ganz fein behaart. Der Schwanz ist ebenfalls nur ganz fein behaart. Dieser ist dunkel gefärbt und wird erst im letzten Drittel heller. Die Füße sind hell.

                                                  Rudi    Foto: Götting Animals

 

Lebensweise: Sie leben normalerweise in den Savannen, Wäldern und Dickichten, sind aber auch schon zu Kulturfolgern geworden und besiedeln Dörfer und Städte. Riesenhamsterratten sind am frühen Abend und in den frühen Morgenstunden am aktivsten. Sie besitzen einen ausgeprägten Geruchs-, Hör- und Tastsinn. Den Tag verbringen sie in ihrem Bau. Dieser kann in einem Termitenhügel, in hohlen Bäumen, natürlichen Löchern und Spalten oder Höhlen sein. Sie graben sich aber auch selbst einen Bau. Dieser hat dann meist 2 bis 6 Öffnungen und mehrere Kammern wie Nestkammer, Vorratskammer oder "Toilettenkammer". Es gibt aber auch Baue, die nur aus einem ca. 1,5 m langen Gang bestehen, die in einer Nestkammer endet. Die Eingänge sind meist verschlossen und befinden sich in der dichten Vegetation oder in der Nähe von Bäumen. Riesenhamsterratten sind territorial und bekämpfen andere Männchen, die in ihr Gebiet eindringen. Sie sind Allesfresser und ernähren sich von Samen, Früchten (versch. Wildfrüchte und kultivierte Früchte wie Mangos oder Avocados), Nüssen, jungen Pflanzen, Knollen und Insekten wie z.B. Termiten. Die Nahrung wird in den Backentaschen zu ihrem Bau getragen, größere Teile zwischen ihren Zähnen, sofern sie die Nahrung nicht sofort verzehren. Es wurden schon Baue gefunden, in denen 8,7 Kilo Macadamia-Nüsse gehortet waren. Auch tragen sie glänzende Teile wie z.B. Kronkorken oder Knöpfe und andere Teile in ihren Bau. Ähnlich unserer einheimischen Elster. Es sind gute Kletterer und sich können auch schwimmen. In ihrer Heimat werden sie wegen ihrer Größe von der einheimischen Bevölkerung auch als willkommenes Wildbret angesehen.

                    

Haltung: Nur möglich in einem ausreichend großen Käfig von mind. 2 qm. Ein reiner Holzkäfig ist nicht geeignet für diese starken Nagetieren. Am besten ist ein Selbstbau, bei dem sämtliche Holzteile die die Tiere erreichen können mit Aluminiumleisten verkleidet sind. Auch das Drahtgitter sollte nicht zu dünn gewählt werden. Die Futternäpfe sollten selbstverständlich auch entweder aus Metall oder Keramik sein. Plastik wird in kürzester Zeit zernagt. Eine Nestbox, in die sich die Tiere zurückziehen können muss vorhanden sein. Der Käfig kann mit Ästen, Baumwurzeln und Steinen dekoriert werden. Als Nistmaterial nimmt man am besten Stroh, Heu oder Küchenpapier.

                                               Rudi    Foto: Götting Animals

 

Ernährung: Sie fressen Rattenfutter, Papageienfutter, alle Arten von Früchten wie z.B. Äpfel, Bananen, Mangos, Papayas, Wassermelonen, Birnen, Pflaumen, Avocados usw. Getrocknete Früchte wie Rosinen, Datteln und Feigen. Außerdem Gemüse wie Wurzeln, Broccoli, Maiskolben (frisch oder getrocknet). Auch grünen Blattsalat oder Eisbergsalat und Löwenzahn mögen sie. Außerdem natürlich Nüsse und Kürbiskerne. Als tierische Nahrung bieten sich Mehlwürmer, Heimchen und Katzentrockenfutter an. 

 

Fortpflanzung: Die Weibchen sind mit etwa 6 bis 8 Monaten geschlechtsreif. Nach einer Tragzeit von etwa 30 bis 32 Tagen werden 1 bis 6 blinde und nackte Junge geboren. Sie wiegen ungefähr 20 bis 30 Gramm. Nach cirka 20 bis 28 Tagen öffnen sie die Augen. Nach 45 - 50 Tagen verlassen sie erstmalig das Nest. Wenn sie 2 oder 3 Monate alt sind, verlassen sie den elterlichen Bau für immer. Das Männchen kann normalerweise die ganze Zeit bei dem Weibchen bleiben und hilft auch bei der Aufzucht der Jungen, aber man sollte während dieser Zeit besonders auf Streitigkeiten der Elterntiere achten. Zur Not entfernt man das Männchen. Auch sollte man selber in dieser Zeit vorsichtig sein und nicht einfach in die Nestbox fassen. Das Weibchen verteidigt ihre Jungen. Gambia Riesenhamsterratten können über 7 Jahre alt werden. 

                            

Riesenhamsterratten sind intelligente Tiere, die wenn man sie jung genug bekommt sehr zahm werden können. Man muss aber sehr viel Zeit mit den Tieren verbringen. Trotzdem sollte man daran denken, das sie keine domestizierten Haustiere sind, sondern exotische Wildtiere und der Umgang mit ihnen sollte immer vorsichtig und respektvoll sein.  

 

Die Fotos von der Riesenhamsterratte Rudi wurden mir freundlicherweise von Herrn Götting,Fa. Götting Animals (Goettinganimals1@yahoo.de) überlassen. 

 

Hier noch ein paar Homepages die sich mit diesen Tieren beschäftigen: 

Unsere Exoten 

Giant Pouch Rat Page 

R-Zu-2-U

AFRICAN GIANT POUCHED RATS

African Giant Pouched Rats as Pets 

Walkers Mammal`s of the World