Große Wüstenspringmaus
Lat.: Jaculus orientalis engl. Large Desert Jerboa

Beschreibung: Jaculus orientalis hat eine
Kopf/Rumpflänge von ca. 13,5 bis 16 cm. Die Schwanzlänge beträgt ungefähr 20
bis 25 cm. Sie haben ein Gewicht von 110 bis 145 Gramm. Das Fell sieht auf der
Oberseite sandfarben aus mit kleinen schwarzen Strähnchen. Die Bauchseite ist
cremefarben. Die Augen sind für den Körper sehr groß, rund und schwarz. Auch
die Ohren sind verhältnismäßig groß(2,8 bis 3,5 cm) und nicht rundlich
sondern etwas länglich. Auffällig ist der Schwarz/Weiße Schwanzbüschel am
sonst fast unbehaarten Schwanz. Die kräftigen Sprungbeine sind ca. 7 bis 8 cm.
lang. Die Vorderfüße sind extrem kurz. Auf den ersten Blick meint man, sie
hätten keine Vorderbeine. Die hinteren Zehen haben Haarbüschel auf der
Unterseite, die ein Einsinken in den Sand verhindern.

Vorkommen: In Küsten-, Salz-, Sand- und Felswüsten in Marokko,
Algerien, Tunesien, Libyen Ägypten und im Sinai.

Lebensweise: Die große Wüstenspringmaus ist ein dämmerungs- und
nachtaktives Tier. Manchmal allerdings sieht man sie auch am Tage, wie sie ein
Sonnenbad nehmen. Sie graben mit ihren kräftigen und langen Krallen ihrer
kurzen Vorderfüße eine Höhle, die am Tag mit Sand verschlossen wird. Sie kann
eine Tiefe von 2 Metern erreichen. Sie besitzt eine Schlafkammer, eine
Futter/Vorratskammer und ein oder zwei Fluchttunnel. Zur Fortbewegung benutzen
sie fast nur ihre langen Hinterbeine. Der lange Schwanz wird wie bei den
Känguruhs als Balance beim Gehen und Springen benutzt und zur Stütze beim
Stehen. (Aus eigenen Beobachtungen habe ich festgestellt, das der Schwanz, wenn
sie in engen Verstecken sitzen bei Gefahr hin- und herbewegt wird. Ich nehme an,
habe aber bis jetzt in keiner Literatur darüber lesen können, das damit evtl.
Verfolgern vorgegaukelt werden soll, eine Schlange würde in dem Versteck
lauern.) Bei ihrer nächtlichen Futtersuche können sie mehrere Kilometer
zurücklegen. Bei der Flucht vor ihren Feinden (z.B. Fennek, Eule) können sie
enormer Geschwindigkeiten erreichen.
Die große Wüstenspringmaus lebt in kleinen sozialen Gruppen, im Gegensatz
zu ihrer Verwandten, der kleinen Wüstenspringmaus (Jaculus jaculus). Zu ihrer
Nahrung zählen Samen, Pflanzen, Körner, Wurzeln und Insekten. Ausreichend
Wasser wird größtenteils durch die Nahrung aufgenommen.
Nach einer Tragzeit von ca. 28 Tagen werden die Jungen nackt und hilflos
geboren. Nach ca. 7 Wochen verlassen die Jungen das Nest. Sie können ein Alter
von über 5 Jahren erreichen.
Haltung: Ich halte mein Pärchen in einem ausgedienten Aquarium von
1,20 m Breite, 60 cm Tiefe und 50 cm Höhe. Die Abdeckung besteht aus einem
Rahmen aus Holz mit Drahtgitter. Am Tage beleuchte ich den Käfig mit einer Aquariumsleuchte
mit einer Neonröhre für Reptilienhaltung (UVB-Strahlung).
Unter dem Käfig habe ich 2 Wärmeplatten für die Anzucht von Pflanzen von 15
Watt liegen. Diese heizen am Tage den Käfig. Nachts schalte ich je nach
Temperatur eine oder beide Wärmeplatten ab. Als Bodengrund benutze ich ein
Gemisch aus Vogel- und Chinchillasand. Die Innenausrichtung besteht aus mehreren
Steinen, einem entrindeten Obstbaumast, einer größeren Tonröhre und einem
hölzernen Kleintierschlafhaus. Ich verwende 3 Futternäpfe aus Keramik. Einen
für das Trockenfutter, einen für Grünfutter/Gemüse und schließlich den
letzten für Trinkwasser. Um Ihre Sprungfähigkeit unter Beweis zu stellen,
reicht der Käfig allerdings bei weitem nicht aus. Dafür benötigen sie einen
weitaus größeren und höheren Käfig. Als Nistmaterial habe ich getrocknetes
Wiesenheu und zerrissenes Küchenpapier in den Käfig getan. Blieb aber so gut
wie unbeachtet. Die Tiere schlafen bei mir in der Tonröhre oder in dem Holzhaus
auf der Seite liegend im Sand. Auch am Tage habe ich sie schon unter der
Beleuchtung schlafend liegen gesehen. Allerdings verschwinden die Tiere bei der
geringsten Störung sofort in ihrem Bau. Man glaubt nicht, wie schnell diese
etwas behäbig aussehenden Tiere verschwinden können. Beide
Versteckmöglichkeiten wurden angenommen. Mal liegen sie zu zweit in einem
Versteck, mal jeder für sich in einem. Darum sollten immer mind. 2
Schlafhäuser/Versteckmöglichkeiten im Käfig sein.
Ernährung: Ich verfüttere an mein Pärchen ein Gemisch aus
Papageien-, Gerbil- und Hamsterfutter. Die Sonnenblumenkerne werden bei mir
grundsätzlich zuerst gefressen. Weiterhin gebe ich ganze Vogelhirse, die sie
auch gerne fressen. Als Grünfutter fressen sie zur Zeit bei mir nur
Eisbergsalat und etwas grünen Salat und Löwenzahn. Möhren, Äpfel,
getrocknete Feigen und Datteln (ungeschwefelt) habe ich auch schon ausprobiert,
aber bis jetzt sind sie immer unbeachtet geblieben. Ab und Zu reiche ich einen
Papageien- oder Nagerkolben mit getrockneten Früchten und Gemüse. Außerdem
gebe ich getrocknetes Weißbrot. Des weiteren habe ich einen Nagerstein und eine
Sepiaschale wie sie für Wellensittiche benutzt wird mit im Käfig. Wasser
stelle ich täglich frisch zur Verfügung. Mehlwürmer und Heimchen haben sie
bei mir trotz mehrmaligen Anbietens noch nicht gefressen, obwohl dies in der
Literatur erwähnt wird.
Diese Tiere halte ich zur Zeit nicht mehr.
Hier noch ein paar Homepages die sich mit diesen Tieren beschäftigen:
Interessengemeinschaft
Rennmäuse
Schöne Fotos von der Kleinen Wüstenspringmaus
